Auszeit


Ihr lieben Follower,

mein Psycho-Thriller ist nun, früher als erwartet, fertig geschrieben und die nächste Geschichte wartet schon in meiner Phantasie, um auf´s Papier gebracht zu werden. Dennoch werde ich mir nun erst einmal für ein bis zwei Wochen eine kreative Pause gönnen und auch meinen Blog in dieser Zeit nicht „füttern“.

Ich hoffe, Ihr bleibt mir als fleißige Leser/-innen auch nach dieser kurzen Auszeit erhalten. Bis dahin wünsche ich jedem einzelnen von Euch eine wunderbare, sonnige Zeit,

Eure Anna Avital

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Der goldene Zopf


Es saß fest verankert in seinem Kopf
das Bild von ihrem goldenen Zopf

Die Sehnsucht nach ihm wiegte schwer
sein Innerstes fühlte sich unsagbar leer

Er versuchte das Bild zu vertreiben
nicht mehr alleine zuhause zu bleiben

Doch egal wohin er auch ging
er blieb ein trauriger Jüngling

Konnte es nicht vergessen
war von diesem Bild besessen

Es war für ihn voller Farben
doch die konnte er nicht ertragen

Also nahm er sich den Zopf
den sie versteckt hatte in einem Topf

Und ließ ihn sich schmecken
die Butterreste von dem Finger lecken

Stell dir vor, du bist Deutscher…


Stell dir vor, du bist Deutscher. Du lebst in Deutschland und du lebst dort gut. Du bist Mitte dreißig, deine zwei Kinder werden bald schon in die Schule gehen. Du hast einen Job, es ist zwar nicht der Traumjob, aber wer hat den schon. Er finanziert dich und deine Familie: deine süßen Kinder, die immer teurer werden und deine wunderschöne Frau. Ihr habt ein tolles Leben, wenn ihr mal ausgehen wollt, sind die Großeltern zur Stelle, um euch die Kinder abzunehmen. Du liebst sie so sehr, deine kleine Familie und du kannst sie versorgen.

Zwei Jahre später bist du immer noch ein Deutscher, der in Deutschland lebt. Doch das Land hat sich verändert. Auf einmal hat die ISIS die Grenzen des Landes überschritten. Überall herrscht der Terrorismus. Es ist furchtbar, zu spät hatte man das Problem erkannt. Dass so etwas mit deinem einst so sicheren Land passieren konnte, damit hast du nicht gerechnet. Du kannst nicht mehr zur Arbeit gehen und deine Kinder wurden erst gar nicht eingeschult. Sicherheit gibt es nicht mehr. Eines Tages steht ein Selbstmordattentäter vor deinem Haus, als du gerade mit deinem Sohn unterwegs bist, um etwas zu Essen für die Familie zu besorgen. Er sprengt sich in die Luft und mit sich auch dein Haus, deine geliebte Frau, deine kleine süße Tochter und deine Eltern, die mittlerweile bei euch wohnen.

Du und dein Sohn, ihr kommt wieder. Voller Stolz tragt ihr eure Tüten. Ihr freut euch auf die strahlenden Augen der restlichen Familienmitglieder. Denn Essen und Wasser ist mittlerweile zu einem seltenen und kostbaren Gut geworden. Doch nichts ist mehr da. Du hast alles verloren, außer deinen Sohn. Du willst aufgeben, doch du kannst nicht. Du bist ja immer noch Vater. Deshalb flüchtest du mit ihm. Ihr erlebt alle möglichen erniedrigenden und demütigenden Torturen auf eurer Flucht. Ihr fühlt euch nicht mehr wie Menschen, sondern wie Ratten, die um Menschenrechte und um ihr Leben kämpfen müssen. Auf deinen Sohn wird uriniert. Du wirst geschlagen.

Dann endlich, nach einer langen zermürbendenen Flucht, kommt ihr in einem Land an, das voller Wohlstand ist und in der die Demokratie überlebt hat. Du fasst neues Vertrauen, neuen Lebensmut. Es gibt endlich eine Zukunft für deinen traumatisierten Sohn und dich. Wie sollen eure seelischen und mittlerweile auch körperlichen Wunden jemals heilen, fragst du dich? Du kommst an, empfindest das erste Mal seit Monaten wieder ein klein wenig Glück. Doch da, wo du wohnen sollst, stehen die Einwohner des Landes vor deinem Haus. Sie bewerfen dich, pöbeln dich und deinen Sohn an, schmeißen mit Feuerwerfern auf dich, schreien etwas, was du nicht verstehst, aber es hört sich nicht nach einem freundlichen Willkommensgruß an. Ein Teil deines neuen Zuhauses brennt. Wie sollt ihr da nun noch wohnen, wo ihr noch nicht mal eingezogen seid?

Und nun ersetze die Worte Deutscher und Deutschland mit einer beliebigen anderen Nationalität und einem anderen Land. Versetze dich in die Lage eines jeden Flüchtlings und nimm ihn mit offenen Armen auf. Denn auch du könntest einmal Flüchtling sein. Möchtest du, dass du und deine Familie auch durch eine solche Hölle gehen müssen, nach allem, was euch bereits angetan wurde? Glaubst du, du bist als Flüchtling nichts mehr wert?

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Nachdem sie starb


Es tat ihr leid
dass sie ihn verließ
nachdem sie für ihn starb

Sie fühlte sein Leid
das ihr verriet
dass er zerbrach

Er liebte sie
so sagte er
doch ließ sie nicht sehen

Sie liebte ihn
spürte es
doch wollte nun gehen

Er hatte zerstört
jedes Vertrauen
durch all seine Lügen

Sie hatte erhört
ihr Misstrauen
und ging für immer fort

Liebes-Spiel


Sie hörte die Schritte im Bad
freute sich darüber
dass sie war so smart

Tat so als würde sie nichts hören
wollte so tun
als würde er sie stören

In Wahrheit konnte sie es nicht erwarten
ihn zu sehen
und mit ihm aneinander zu geraten

Dann stand er hinter ihr
sie schaute nicht hin
trotz ihrer großen Gier

Doch plötzlich war er fort
sie hatte übertrieben
mit all ihren Spielen

Ihn hatte sie vertrieben
und sie selbst
war allein zurückgeblieben

Wasserdampf im Spiegel


Ich sah den Wasserdampf
im Spiegel
als sich aufbäumte der Kampf

Ich sah die Worte
„Geh nicht fort“
die ich noch immer horte

Ich spürte die Hitze
mein Herz
trafen eiserne Blitze

Als ich mich wandte
zu dir
sah ich die steile Kante

Und ich erkannte
es war der Wasserdampf
der mich übermannte

Nicht du standest
hinter mir
es war nur die Sehnsucht
nach dir

Wirst du dich erinnern?


Ich fragte dich
wirst du dich erinnern
an mein Gesicht

Du sagtest
aber natürlich
was fragst du dies

Ich wusste von dir
und deinem wahren Ich
das verschlang
jegliche Erinnerung
so unheimlich

Heut sitzt du hier
direkt vor mir
kannst dich nicht erinnern
fragst wer die Frau ist
die dir gegenüber sitzt

Hat alles verschluckt
deine Demenz
jeden vergessen
der dich noch kennt
von früher einmal

Lang ist dies her
wir sind gleich geblieben
doch die Krankheit
hat dir die Erinnerung an uns vertrieben