Wenn die Handys mit den Menschen durch die Straßen gehen…


Ich finde es schlimm
mit anzusehen
wie die Handys mit ihren Menschen
durch die Straßen gehen

Wie sie begaffen
das Leid des anderen
und dieses filmen
wie sonst im Zoo die Affen

Wie die Besitzer der Handys bilden
einen Kreis aus Schaulustigen
der lachend beguckt
wenn ein Mensch vor Schmerzen zuckt

Wie die Handys sich vernetzen
mit den Social-Media-Kanälen
um auf Youtube zu präsentieren
was sie soeben aufgenommen haben

Wie die anderen Gaffer
sich daran laben
und sogar die Kinder am „virtuellen Spaß“
teilhaben

Ich finde es schlimm
so etwas zu sehen
wie kann es so weit kommen
diese Frage macht mich echt benommen

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Sometimes…


„Sometimes life is cheating on you“, dachte sie, als sie morgens in den Spiegel sah. Der alles entscheidende Morgen stand an. Sie konnte nichts mehr verdrängen, nichts mehr ruhen lassen. Sie musste heute dadurch, auch wenn sie nicht wollte. Heute würde er kommen und seine Sachen abholen. Alles, was sie jemals hatte, was sie je geliebt hat, würde heute endgültig vorbeigehen. Schwere Jahre lagen hinter ihnen. Überwältigende Gefühle, die sie nicht mehr kontrollieren konnte. Verzweiflung und Gesichtsverlust. Und heute war es so weit, der Beginn ihres neuen Lebens. Eines Lebens ohne Schmerz, Kontrollverlust und lähmende Atemlosigkeit. Was sie im Spiegel sah, war erschreckend. Ein Sinnbild des Verlustes jeglicher Lebensenergie und -freude. Schwarze Augenränder, die Augen durch stundenlanges Weinen blutunterlaufen und geschwollen. Die Woche ohne Schlaf hatte tiefe Spuren in ihrem Gesicht hinterlassen. Innerhalb der letzten fünf Tage hatte sie vier Kilo abgenommen. Ihre Wangenknochen waren nur noch durch eine dünne Hautschicht verdeckt. Kein Gramm Fett war mehr zu sehen. Während sie sich die Zähne putzte, musste sie sich dreimal übergeben. Sie konnte es einfach nicht glauben. Fast ein Jahr wartete sie nun schon auf diesen Tag. Der Tag des endgültigen Abschließens und Loslassens. Doch jetzt, wo es so weit war, wusste sie nicht mehr, wie sie auch noch eine Sekunde weiter atmen könnte, ohne dass die Schwere des Lebens sie herunterriss. Sie versuchte zu funktionieren, zwängte sich einen Kaffee und ein altes Brötchen vom Vortag hinein. „Du musst doch was essen“, hörte sie die Stimmen ihrer Freunde und Familienmitglieder im Hinterkopf sagen. Erneut stieg die Übelkeit hoch, dieses Mal wurde sie begleitet von Schüttelfrost und starken Schweißanfällen. Als die Klingel ertönte, reagierte ihr Körper mit sofortigem Schwindel. Dieser ließ es kaum zu, zur Tür zu gelangen. Mit ihrer letzten Kraft nahm sie den Hörer der Gegensprechanlage ab und fragte, wer an der Tür sei. „Ich bin es“, sagte die vertraute Stimme. Schweren Herzens öffnete sie die Tür. Er sah aus wie ihr Zwillingsbruder, ausgemergelt und voller Trauer in seinen tiefblauen Augen. Ohne zu wissen, was sie sagen sollten, trugen sie in den nächsten Stunden schweigend seine Sachen aus ihrer ehemaligen gemeinsamen Wohnung. Dann war der Zeitpunkt gekommen, an dem sie sich endgültig Lebewohl sagen mussten. All die Fragen standen ihnen beiden ins Gesicht geschrieben: „Wie konnten wir nur so scheitern?“ „Wie konnten wir es so weit kommen lassen?“ „Warum hast du mich nicht mehr gehört oder gesehen?“ „Warum hast du mich allein gelassen, obwohl wir zusammen waren?“ „Wann haben wir uns verloren?“ „Warum hast du mir all den Schmerz angetan, wenn du mich doch angeblich geliebt hast?“. Doch keiner der beiden wagte es, diese Fragen zu stellen. Eine letzte Umarmung, ein letzter Kuss auf die Wange. Zwei Worte: „Alles Gute!“ Dann ging alles ganz schnell, er stieg in sein Auto, fuhr los und bog um die nächste Ecke. Sie stand regungslos da und wusste, sie würde ihn nie wieder sehen. Er nahm ein gebrochenes Herz mit. Ihr war klar, sie würde jetzt weitermachen und er ebenso. Was ihnen beiden blieb, war die Erinnerung an die Vergangenheit, ihre 20-jährige Ehe. Was ihnen fehlte, war die gemeinsame Zukunft.

In seinem Namen


Es ist der Missbrauch in seinem Namen
dabei wollen wir uns doch nur an den Gaben
des jeweils anderen laben

Es gibt keine Rechtfertigung für unser Tun
bald ziehen wir noch auf den Mond
weil wir es auf der Erde zusammen nicht ertragen
denn wir hinterlassen nur noch Narben

Warum schreiten wir nicht ein
lassen den Nachbarn in Frieden Nachbarn sein
nehmen uns selbst mal nicht so wichtig
wäre das in seinem Namen nicht auch richtig

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst
hatte er das nicht mal gefordert
doch heute werden nur noch Waffen geordert
und die Frau wird dank Feminismus zum Kriegsheld

Ist das überhaupt noch seine Welt
die verstümmelt wird mit unserm Geld
Kriege, Klima-Katastrophen, Korruption
was für ein Gottes-Hohn

Es ist der Missbrauch in seinem Namen
dabei wollen wir uns doch nur an den Gaben
des jeweils anderen laben

Halleluja, alles in seinem Namen!

Lesemonat November


Mein Verlag hat den November zum Lesemonat erklärt und bietet alle eBooks zum Aktionspreis an:

„Jonah & der keine, traurige Esel Asinello“ wird für den Aktionszeitraum für 1,99 € erhältlich sein. Also, am Besten noch schnell zuschlagen 🙂

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