Kurzgeschichten-Wettbewerb „Dark Drama“


Ihr Lieben,

vor einigen Wochen habe ich mal wieder an einem Schreibwettbewerb teilgenommen. Dieser wurde ausgeschrieben vom Gorilla Verlag und sollte in einem Dark Drama das Thema des Ich-Verlustes aufgreifen. Die Jury hat meine eingereichte Geschichte „Luft holen“ ausgewählt, so dass diese ab 01. Dezember in einer Anthologie namens „Abwegich“ mit 13 anderen Geschichten erscheinen wird, worüber ich mich natürlich sehr freue! Anbei der Link des Verlages:

http://www.gorillaverlag.com/winter-is-coming/

Ich sende euch allen sonnige Grüße aus dem faszinierenden, bunten und überaus leckeren  Vietnam und möchte diese Auszeichnung erneut nutzen, um auch euch wieder einmal „Danke“ zu sagen. Dafür, dass ihr meinem Blog folgt, mir Likes und Kommentare hinterlasst. Und, dass ich meine Freude heute mal wieder mit euch allen teilen kann.

Thân thương (wie der Vietnamese sagt), eure Anna Avital 😉

 

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Der Hass und die Liebe


In der Satsang-Meditation lernte ich, dass in einer Liebesbeziehung die Liebe echt ist, jedoch die Emotion, die wir dem Partner gegenüber empfinden nicht. Da diese vergehen kann, die Liebe jedoch uns Menschen ausmacht. Während wir noch am Anfang einer Beziehung denken, wir könnten keinen einzigen Moment mehr ohne den anderen atmen und leben, kann es im nächsten Augenblick zu Streit, Trennung und Verletzungen kommen. Am Ende weint jeder, aber nicht um den Ex-Freund oder die Ex-Freundin, sondern um seiner selbst, der Liebe zu sich selbst. Diese ist in uns, macht uns aus, ist „wir selbst“. Sie ist beständig, doch die Emotion ist vorübergehend und wandelbar.

Wenn man aus dieser Perspektive alles im Leben betrachtet, wird alles gleich ad absurdum gestellt, denn sind wir nicht eigentlich ausschließlich von Emotionen gesteuert? Die jedoch, laut Aussage eines weisen Swamis, überhaupt gar nicht real sind, also auch gar nicht existieren können. Auch wenn ich nicht sicher bin, ob ich dem Swami hierbei zustimmen kann, ist der Ansatz vielleicht hilfreich. Denn, wenn wir diesen weiter überdenken, würde es uns eventuell leichter fallen, Emotionen nicht hochkochen zu lassen und somit Streitereien und Auseinandersetzungen verhindern können. Gerade in der aktuellen Situation, in der wir in vielen Ländern, aber eben auch in Deutschland stecken. Wir könnten uns endlich wieder auf das Wahre besinnen: die Liebe. Und den Hass als irreale Emotion ablegen. Wäre das nicht schön? In diesem Sinne: Om shanti, Peace!

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Ein Teil vom ICH


Hey du, ja du. Komm her, hör mir zu. Eine Geschichte gibt es zu erzählen. Doch gib Acht. Diese Zeilen sind keine Pracht.

Hast du schwache Nerven, wirst du sie nicht überstehen. Sie handelt von einem Teil vom ICH, der, der mir ward komplett entwischt.

Nach jahrelangen Quälereien ging er einfach weg. Und was blieb, war nur ein leerer schwarzer Fleck.

„Du kannst doch nicht gehen“, schrie ich ihn an. Doch er wollte mich nicht verstehen, ebenso wie all die Jahre lang. Keiner von uns wollte gehen und diesen Scherbenhaufen ansehen.

Doch es ging nicht mehr weiter. Lebensaufgabe bestand in Qual. Muss man sich denn selbst aufgeben, nur um den anderen Teil vom ICH zu leben?

Kann der Schmerz die Sünde sein, wenn er doch so sehr gewollt? Dürfen die anderen dir sagen, du darfst DAS nicht länger ertragen?

Kannst du noch selbst zu dir stehen, wenn der Teil vom ICH wird gehen? Tiefe Leere, schwarzer Schein, keine Freude wird mehr sein.

Der Teil vom ICH musste gehen, weil die Kraft nicht mehr reichte für den weiteren Kampf. Doch nun? Was hab ich gewonnen? Bin ich nun reicher? Spüre ich mich wieder selbst? Bin ich glücklich?

Der Teil vom ICH ist weg und mein ICH wird es nie wieder geben. Warum konnten wir nicht einfach nach gemeinsamen Glück streben?

Nun ist es zu spät. Alles was bleibt, ist der andere Teil, der so allein gelassen keinen Schritt mehr geht.

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