Du bist schuld – Teil 139


Ich erschrak und rief nach draußen, wer da sei. Aber niemand antwortete. Mein Herz pochte bis in meine Ohren. Vielleicht war es nur einer der anderen Patienten, der sich in mein Zimmer verirrt hatte. Das passierte schon mal. Also zog ich den Vorhang auf und trat aus der Dusche. Weil ich so lange unter dem wärmenden Nass gestanden hatte, war das Bad nebelig vor lauter Wasserdampf. Irgendein Vergnügen muss man ja hier haben. Im Bad war aber niemand. Schnell öffnete ich die Tür zu meinem Schlafraum, doch auch da war niemand zu sehen. Erleichtert ging ich zurück ins Bad. Doch was ich dann sah, ließ mein Herz so stark schlagen, dass ich nur noch Rauschen auf den Ohren hörte und mir schwindelig wurde. Auf meinem beschlagenen Badezimmerspiegel stand: „Du bist schuld an meinem Leiden.“
Während das Adrenalin noch durch meinen Körper strömte, löste sich der Dampf auf, und auch die Schrift verschwand im Nirgendwo. Als wäre sie nie da gewesen. Und das Schlimmste ist, dass ich nicht mehr weiß, ob sie es jemals war oder ob ich dabei bin, wahnsinnig zu werden. Später habe ich verzweifelt versucht meinen Spiegel anzuhauchen, damit ich die Schrift noch einmal sehen kann. Doch nichts, da war nichts mehr. Was soll das bedeuten? Marisa, ich frage dich, was soll das bedeuten?

 

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