Du bist schuld – Teil 185


Ein weiterer Tag der Schuld
Wangerooge:

Nach der Pressekonferenz betrat Professor Münch sein Büro. Aus seiner obersten Schreibtischschublade zog er einen Stapel beschriebener Seiten hervor, setzte sich mit einem lauten Seufzer auf seinen Lederstuhl und begann zu lesen, was seine Patientin in den letzten Monaten so alles aufgeschrieben hatte. Einige Stunden später legte er das letzte Blatt beiseite, kämmte sich mit beiden Händen einmal über sein Haar. Danach legte er die beschriebenen Seiten auf ein Tablett aus Silber, wo er sie eine Sekunde später mit einem großen Streichholz anzündete. Während er den kleinen Brand beobachtete, brühte er sich einen frischen doppelten Espresso auf, als plötzlich sein Telefon klingelte. Schweren Schrittes ging er zu seinem Schreibtisch, nahm den Hörer ab und sagte nur „Ja?“. Dann nickte er, als ob der Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung ihn hätte sehen können, drehte sich in Richtung der verbliebenen Aschereste, lächelte kurz und antwortete auf Italienisch.

 

 

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