Leben ist Karneval…Oder doch nicht?


Liebe Leser meines Blogs,

Stillstand ist der Tod und auch meine Webseite sollte nicht still stehen….wer möchte schon einen Blog haben, der der Tod ist? Also: es ist an der Zeit, diesen ein bisschen mit „beweglichem Material“ zu versorgen. Heute ist Aschermittwoch, die närrischen Jeckentage liegen hinter uns. All die begangenen Sünden wurden verbrannt, so dass wir alle wieder „neutral“ sind. Dieses Jahr lag der Karnevalssamstag auf einem, für viele Menschen, besonderen Tag, dem Valentinstag. Da fragt man sich doch, wer sich das ausgedacht hat…Valentinstag und Karneval, zwei Dinge die nun wirklich so gar nicht überein kommen…obwohl, vielleicht sollten die alten Vorurteile mal beiseite geschoben werden, denn nicht jeder wird an Karneval gleich zum „Ehebrecher“. Das ist nur der schlechte Ruf, der dem Karneval vorauseilt. Wie Ihr auf meiner Seite „Wissenschaftliche Publikationen“ sehen könnt, habe ich mich schon einmal mit dem Thema auseinandergesetzt, jedoch ein wenig wissenschaftlicher als nachfolgend.

Was ist das Besondere an Karneval? Warum kann man Karneval nur lieben oder verabscheuen? Bevor ich beginne, möchte ich noch betonen, dass es sich um rein subjektive Aspekte handelt. Meiner Erfahrung nach sind eine Mehrheit der Menschen, die noch nicht mit Karneval in Berührung gekommen sind, gespickt mit Vorurteilen.

„Es geht doch nur um das Besäufnis!“ „Jeder betrügt an Karneval jeden!“, „Da steckt keine Kultur dahinter!“, sind die Aussagen, die ich häufig höre. Auf Nachfragen, ob die-/derjenige denn überhaupt schon mal Karneval gefeiert hat, bekomme ich oft ein kleinlautes „Nein“ zu hören. Schnell gefolgt vom Zusatz „Brauch ich auch nicht, um zu wissen, worum es dabei geht.“ Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, aber mit Vorurteilen zu Dingen (die niemandem weh tun), die man selbst noch nicht ausprobiert hat, konnte ich noch nie was anfangen.

Natürlich, es werden Bützje (Küsschen) verteilt, aber das ist noch lange keine Sünde und bedeutet auch nicht, dass man gleich seinem Partner untreu ist. Und auch den Alkoholkonsum kann man selbst so gestalten wie man es möchte. Niemand wird an Karneval zum Trinken gezwungen. Und das Vorurteil, dass Karneval fernab jeglicher Kultur sei, dem sei gesagt, dass der-/diejenige, der/die das behauptet, der „wahre Kulturbanause“ ist. Der Ursprung des Karnevals ist nämlich ein rein sozialer, gesellschaftskritischer und kultureller. Es geht dabei um die Umkehrung bestehender Herrschaftsverhältnisse. Ein „darauf-aufmerksam-machen“, was für Ungerechtigkeiten bestehen. Alles in allem war es ursprünglich dazu gedacht, dem „gemeinen Volk“ die Möglichkeit zu geben, wenigstens einige Tage im Jahr über die Staatsherren zu schimpfen, ohne mit einer Strafe rechnen zu müssen. Dass es dabei heiß hergeht, ist doch nicht verwunderlich. Und dieser Gedanke wird doch heutzutage weiterhin deutlich durch die Kostümierungen und provokativ gestalteten Karnevalswagen in den Umzügen. Alles in allem herrscht an Karneval immer eine ausgelassene Stimmung. Die Menschen tanzen auf den Straßen miteinander, singen gemeinsam, schunkeln Arm in Arm. Und dabei spielt es überhaupt keine Rolle, wer du bist, was du beruflich machst, welche Religion du ausübst und welches Auto du fährst. Während all der Jahre habe ich immer wieder Menschen an Karneval kennengelernt, doch kein einziges Mal wurde mir einer dieser Fragen gestellt. Wenn ich sonst neue Leute kennenlerne, ist die Frage nach meinem Beruf zumeist bereits die zweite Frage. Da frage ich nun Euch da draußen: „Glaubt Ihr nicht, dass wir genau das gut gebrauchen können? Eine Zeit, in der wir abschalten können von Krieg, Leid, Ungerechtigkeit und Vorurteilen?“  Mich interessiert Eure Meinung, setzt Comments, Likes oder schreibt mir „heimlich“ über das Kontaktformular. Ich freu mich drauf, von Euch zu lesen, Eure Anna Avital.

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